Mo 7 Nov 2011
(Verzaubernde Rhetorik) Gute Menschen tun gut(es)
Geschrieben von Rudi Singer unter Verzaubernde Rhetorik
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Wer einmal lügt …
Ein junger, aufstrebender Kollege eines Startup Unternehmens wurde gerade kurzfristig von den Gesellschaftern zum Geschäftsführer befördert. Nun sitzt er zum ersten Mal in seinem neuen Büro, hinter seinem neuen Schreibtisch. Stolz genoß er die Aussicht und klopfte sich selbst auf die Schulter. Hart war der Weg, steinig war er! Wie oft musste er die Ellenbogen ausfahren, um diese Karriere hinzulegen. Wie viele Menschen musste er vor den Kopf stossen um so weit zu kommen. Egal, er hat es geschafft!
Er betrachtete seinen schönen Schreibtisch, sein neues Notebook und sog die neuen Gerüche, die Eindrücke förmlich in sich auf.
Doch plötzlich klopfte es an der Tür. Schnell schnappte er sich den Telefonhörer, rief kurz “Herein!” und tat so, als hätte er ein unheimlich wichtiges Gespräch. Ein wichtiger Geschäftsführer hat eben mal wichtige Gespräche! Dann legt er auf: “Entschuldigen Sie, dass sie warten mussten. Na, Sie wissen ja wie das ist in meiner Position, aber das war ein sehr wichtiges Telefonat. Was darf ich für Sie tun?”.
“Ich denke ich kann mehr für sie tun, als sie für mich”, antwortete der Besucher. “Ich bin der Haustechniker und hier, um Ihr Telefon anzuschliessen.”
Schwierige Situation für unseren jungen Freund! Hoffentlich wird er den Telefontechniker niemals als Kunden oder Freund gewinnen.
Unsere Tugenden sind langfristig unser Fundament auf dem wir uns bewegen. Tugenden unterliegen einem Dominoeffekt. Es dauert sehr lange die Steine aufzustellen, aber sobald einer erschüttert wird und fällt, fallen auch all die anderen in Sekundenschnelle. dann heißt es wieder, Argument für Argument in Reih und Glied aufzubauen, um Vertrauen zu erhalten.
Tipp 1: Auch Notlügen sind Lügen und werden irgendwann entlarft! Ob sie einem Freund erzählen sie würden schon auf der Couch liegen und das Haus nicht mehr verlassen, obwohl er sie am gleichen Abend noch mit einer Freundin in der Bar sieht, oder ob sie der Polizei erzählen, das Handy wäre ein Rasierapparat und er wäre deshalb gefährlich nah am Ohr gewesen, es interessiert nicht! Gelogen ist gelogen! Sie tragen die Konsequenzen!
Nun aber zurück zur verzaubernden Rhetorik. Die Rede ist die Kunst, Glauben zu erwecken. (Aristoteles).
Wie verzaubert man nun das Publikum? Relativ einfach damit, in dem man das lebt was man auch erzählt.
Tipp 2: Ihr Worte und Taten sollten eins sein. Glauben sie selbst daran, was sie erzählen, oder lassen sie es.
Wer würde einem katholischen Priester vertrauen, der Kinder hätte? Ich nicht! Nach Schätzungen leben 9000 von 17000 katholischen Geistlichen in einer Beziehung und etwas 3000 davon haben Kinder! Da hat wohl jemand die Sache mit dem Zöllibat nicht ganz verstanden. (Quelle: Gottes heimliche Kinder, Annette Bruhns, Deutscher Taschenbuch Verlag).
Tipp 3: Widerstehen Sie der Versuchung, über andere herzuziehen.
So verlockend es manchmal sein kann, einen unangenehmen Mitbewerber, der endlich einmal einen Fehler gemacht hat, vor versammelten Publikum oder auch im Einzelgespräch fertigzumachen. Tun Sie es nicht! Möglicherweise wäre es erleichternd, aber eben nicht edel! Es wird langfristig der eigenen Glaubwürdigkeit schaden. Denn wer weiß schon, was er über mich sagt, sobald mir das Lästermaul den Rücken zudreht?
Verzaubernde Rhetorik muss ehrlich und authentisch sein, dann hört man Ihnen auch in Zukunft gerne zu!